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Aber Dein Mann hat Dir doch sogar zum Geburtstag ein Mettherz geschenkt???

Wer mir auf Instagram folgt hat es bereits gesehen, seit Jahresbeginn ernähren Mark und ich uns vegan… Ich sehe es vorerst als eine Art Challenge. Ich mache jetzt kein bestimmtes Programm á la “vegan for…” mit, wir haben uns vielmehr dafür entschieden, es einfach für einen Monat zu versuchen und wenn es gut klappt für einen weiteren…bis die Grillsaison kommt 😉 Dann sehen wir weiter….

Es sind für uns auch weniger politische als gesundheitliche Gründe aus denen wir uns entschlossen haben, die vegane  Ernährung einfach mal auszuprobieren…

Wir sehen uns als “Fleischotarier”  – und ich habe zwar immer größten Respekt vor Veganern aber ich hab immer gesagt “DAS schaffe ich nie!!!”

Zuletzt im November, als sich uns unsere vegane Praktikantin Laura für vier Wochen anschloss und wir hautnah erleben durften, dass sie sich ziemlich gut und schmackhaft ernährt hat.  Am meisten hat mich das Gebäck beeindruckt, dass sie regelmässig mitgebracht hat. Apfelkuchen, Kekse und leckere Muffins… und Mittags haben wir oft zusammen gegessen und ich habe für uns alle gekocht und dafür Gerichte wie z.b. unser Kürbisrisotto veganisiert… War gar nicht so schlimm.  Mark und ich haben aus Gewohnheit noch Parmesan darüber verteilt aber inzwischen weiß ich, dass es auch ohne geht!

Warum Vegan?

Reicht nicht auch vegetarisch? Na klar, Vegetarisch ist ein Anfang und nach den ganzen Lebensmittelskandalen und allen gruseligen Filmen über Massentierhaltung usw. haben wir schon oft darüber gesprochen zumindest teilweise auf Fleisch zu verzichten und nur Bio zu essen. Bio können wir aber nicht bezahlen. Zumindest nicht das richtige Demeter-Fleisch, höchstens das Diskounter-Schummel-Bio Fleisch… das ist aber eigentlich auch Augenwischerei…

Wir haben letztes Jahr weniger Fleisch gegessen und das war auch gar nicht schlimm. Was damit aber rapide anstieg war der Milch- und Käsekonsum. Und da ich eigentlich eine Milchallergie habe, merkte ich die Konsequenzen durchaus. Zuletzt auf der Waage. Ich habe im letzten Jahr noch mal 7 kg zugenommen und langsam reicht es…

Machen wir uns nichts vor, ich  muss was tun. Aber ich esse gern, ich hasse Sport und hab schon viel zu viele Fitness-Studios subventioniert…

Mark hat eine Histaminintoleranz und je nach Tagesform und Streßlevel merkt er sie sehr stark. Auch das hat uns beeinflusst bewusst zu verzichten.

Nach Weihnachten ist der Punkt für mich immer ganz gut um etwas neues anzufangen, ich bin einfach satt von der ganzen Völlerei an den Feiertagen…

Also habe ich beschlossen ab jetzt konsequent auf Milchprodukte zu verzichten… 
Sie tut mir nicht gut und hier steht warum. Und das allein beeinträchtigt meine Art zu kochen ganz immens.

Butter…Käse…Cappuccino… hach… das ist meine Welt… Ich liebe den Geruch und den Geschmack von warmer zerlassener Butter, Pfannkuchen mit Zimt und Zucker, in brauner Butter ausgebacken, selbstgekochtes Karamell, gebratenes und gesottenes, da wird mir warm um mein Herzchen…  Genauso Käse… viele verschiedene Käsesorten, dazu ein schönes Glas Wein, Sahnesaucen, oh ja…all das gehörte bisher zum Leben dazu. Und auch wenn ich gern und viel Gemüse gegessen habe, und versucht habe Ausgewogenheit in den Speiseplan zu bringen, wurde ich spätenstens bei Gorgonzola schwach…

Und DAS fällt mir schwerer als auf Fleisch zu verzichten…
Mit dem ewigen Verzichten auf Fleisch bin ich mir nicht ganz sicher, ich denke das weiß ich wenn die Grillsaison kommt… Das lasse ich mir nun gedanklich noch mal offen!

Und das hat natürlich auch jede Diät gekillt, da bin ich ja jetzt mal ehrlich. Ich bin ein Genussmensch und ich liebe die Düfte und Aromen in der Küche. Schnippeln, wiegen, rühren, braten, backen,  abschmecken, essen, versorgen und die Menschen am großen Tisch zusammen bringen. Meine Speisekammer ist immer voll und wenn wir eingeschneit würden, könnten wir wahrscheinlich noch zwei Wochen davon leben.

Aber wenn man dann irgendwann feststellt, dass einem die Nahrung nicht mehr gut tut, in dem was man jeden Tag isst, kaum Nährstoffe enthalten sind und man trotz scheinbar ausgewogener Ernährung Mangelerscheinungen hat… Ja dann muss sich etwas ändern.

Die Milch ist mein schwierigstes Thema. Das Verzichten darauf war in den ersten zwei Wochen wirklich schwer, aber genau der Verzicht tut mir unheimlich gut. Ich merke es schon richtig. Keine Bauchweh und was sonst damit zu tun hat, keine dauerverstopfte Nase mehr und ich bin irgendwie so klar im Kopf. Als wenn ich vorher irgendwie alles durch Watte wahrgenommen habe.

Ich habe sehr viel über Essen nachgedacht in der letzten Zeit. Nicht nur das Essen und die Nahrung an sich, sondern auch über Rituale.
Ich bin in Nordfriesland großgeworden, meine Oma hatte eine Gastwirtschaft und wir sind mit leckerem Essen und toller Norddeutscher Hausmannskost großgeworden. Und ich liebe sie! Essen und Geselligkeit gehörte bei uns immer zusammen.

Und das ist auch der Teil der mir schwer fällt. Oftmals fehlt einem gar nicht unbedingt eine bestimmte Speise oder ein Getränk sondern das damit verbundene Ritual: Die Familie kommt spontan und man kocht einen schönen Eintopf oder einen großen Topf Bolo…In die Stadt gehen und nach dem bummeln eine Tasse Cappuccino im Lieblingscafé, vielleicht gönnt man sich etwas und es gibt noch einen Cupcake dazu… Am Nachmittag, wenn der Arbeitstag kein Ende nimmt, eine schöne heiße Schokolade am Schreibtisch… Rituale und Belohnung, das ist Essen für mich. Und das ist natürlich auch der Punkt der gefährlich ist.
Es gibt viele Menschen, die trinken gar keinen Kaffee und schon gar keine Milch darin – für Viele ist eine Tasse Tee das höchste der Gefühle. Nun, ich gewöhne mich gerade um 😉

Um nun zurück zum Ursprung zu kommen: Einfach nur Milch durch Sojamilch zu ersetzen, kam für mich nicht in Frage. Und das löst ja auch die restlichen Probleme nicht. Also entschieden wir uns einfach mal das “Unmögliche” zu versuchen. Kein Fleisch, keine Milch und wo wir grad dabei waren auch keine Eier.

Am Neujahrstag kam es mir schon vor wie eine große Aufgabe. Ich lud mir Das Buch “ So geht vegan!: Der einfache Einstieg in ein veganes Leben – Das 10-Punkte-Programm mit über 100 Rezepten* auf den Kindle und googelte und durchforstete viele Pinterest-Boards. Dann haben wir den Kühlschrank geleert (Teils selbst gegessen, teils an die Familie verschenkt) und sind am nächsten Tag ins Reformhaus und haben eingekauft.

Das Buch von Patrick Bolk vermittelt ein Grundwissen für die vegane Ernährung, das wichtig ist um keine Mangelerscheinungen zu bekommen. Das Prinzip ist besonders für Einsteiger ganz toll, weil zuerst nur Fleisch weggelassen wird, dann Milchprodukte und in den Rezepten mit Ersatzprodukten gearbeitet wird. Von Kapitel zu Kapitel nähert sich das Buch dann der “Kreativen Gemüseküche” die ohne Fertigprodukte auskommt. Die Rezepte sind zwar teilweise ungewöhnlich aber sehr lecker.

Ausserdem habe ich mir neulich das Kochbuch La Veganista: Lust auf vegane Küche* von Nicole Just gekauft. (Sie hat auch ein tolles Blog mit vielen Rezepten!)
Es war so hübsch 😉
Es ist wirklich ein sehr schön gestaltetes Lifestyle-Buch an dem man erkennt, dass sich Veganismus gut kommerzialisieren lässt. Das Buch ist einfach schick und gut gegliedert. Die Rezepte sind leicht verständlich und haben auch nicht viele Zutaten.
Wer keine Angst vor allen Sorten Soja und Tofu hat, für den ist das Buch der ideale Begleiter um besonders Hausmannskost zu veganisieren.

Für meinen Geschmack ein bisschen viel Tofu und sehr viel Weißmehl und Kristallzucker. Letzteres ist zum Abnehmen problematisch und nicht unbedingt sinnvoll wenn man versucht sich rundherum gesünder zu ernähren, ausserdem kann ich kein Weizenmehl ab. ABER: Wenn man einfach eine gute Hilfe sucht um liebgewonnene Alltagsrezepte umzuwandeln ist es perfekt.

Übrigens kann man dieses Buch heute bei “Einfach Stephie” gewinnen und sie stellt auch weitere tolle vegane Kochbücher vor!

Ja und nu?

Tja, das sehen wir noch 😉 Wir ernähren uns nun 20 Tage komplett vegan und als kleine Zwischenbilanz für den Start kann ich sagen, dass es uns sehr gut geht und wir bisher wenig bis nichts vermissen.

Mein Ziel ist es, langfristig weniger und dafür besseres Fleisch zu essen und dann an mehreren Tagen in der Woche nur pflanzlich zu essen. Wenn ich es schaffe mich weiter vegan zu ernähren, werde ich es so oft es geht tun.

Einen komplett veganen Lebensstil bei dem man auch kein Leder mehr kauft und selbst bei Flaschenetiketten darauf achtet, dass sie vegan sind (wg. Leim aus Knochen usw.) kann ich mit derzeit nicht vorstellen. Ich denke bei allem sollte man nur so viel machen, wie es einem gut tut, ohne das es stresst. Weil das Experiment sonst ins Gegenteil schlägt.

Jeder kann seinen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Welt ein bisschen besser wird. 
Auf jeden Fall mache ich mir das Essen und die Herkunft der Lebensmittel bewusster. Ich gebe mir mehr Mühe für mich. Das ist neu und das tut gut. Der Rhythmus hat sich verändert, weil ich mehr in der Küche stehe. Das muss sich alles einschleifen. 
Das hat aber mit der Idee zu tun, konsequent keine industriell gefertigten Produkte zu kaufen. Bedachtes Einkaufen z.b. über eine Bio-Kiste, lesen aller Zutatenlisten, wissen wo die Nahrung herkommt. Und dann kann man auch plötzlich keine Plastiktüte mehr kaufen oder Unmengen Kaffee in sich hineinschütten.

Ich bin aber weiterhin kein Gesundheitsapostel sondern immer noch ein Genussmensch und darum wird es hier auch weiterhin tolle Rezepte für “alle” geben, aber auch ein bisschen gesunde Abwechslung.

Und ist das Anstrengend? Schmeckt das nicht alles furchtbar langweilig? Und wirst Du überhaupt satt?


Für einen “Fleischotarier” wie ich einer bin, fand ich die vegane Ernährung erstaunlich gut umzusetzen. Natürlich sind viele Dinge total anders, wir haben deswegen versucht nicht einfach nur Fleisch zu ersetzen und weiter zu machen wie bisher, sondern ganz neue Dinge auszuprobieren, dann fehlt das alte Essen und die Gewohnheiten nicht so sehr und man entdeckt viele neue Geschmackswelten. Ich koche und experimentiere ja sehr gern und finde das “Experiment Vegan” unheimlich spannend. 

Wir versuchen so gut es geht keine “wie Fleisch, wie Milch, wie Käse”-Produkte zu essen sondern tatsächlich komplett anders zu kochen. Das klappt sehr gut. Wir essen viele Dinge, die uns früher nicht unbedingt auf den Teller gekommen wären und die sind unheimlich lecker und so voller Aromen, dass gar nicht auffällt, dass kein Fleisch oder Käse drin ist. Wir probieren neue Gemüsesorten und neue Rezepte und finden großen Gefallen daran gemeinsam in der Küche zu stehen und zu schnippeln und zu probieren.

Besonders das ganze Selbermachen ist natürlich aufwändiger, da machen wir uns mal nichts vor, besonders das Brot backen oder sowas, aber ich nehme das gern auf mich, weil ich auch einfach kein Weizen usw. mehr essen will und mein Körper dankt es mir durch Wohlbefinden (Kein Sodbrennen, keine Magenschmerzen mehr) und verlorene Kilos.

Es gibt viele Rezepte die wir genauso immer wieder kochen würden und die einfach toll schmecken, auch ohne Fleisch und Milch. Es gibt aber auch ganz klar ein paar Dinge die waren ein Griff ins Klo 😉 Zum Beispiel ist unser Tempeh furchtbar bitter geworden und die Kürbissoße sah nach dem aufgießen mit Hafermilch aus wie transparanter Schleim und war geschmacklich recht neutral…

Aber Satt sind wir immer. Ich bin früher auch ein leidenschaftlicher Verfechter der “Ohne Fleisch und Kartoffeln werde ich nicht satt”-Theorie gewesen. Ich bin satter und ausgeglichener als vorher, und ich habe keinen Heißhunger auf irgendwas. Einmal bin ich schwach geworden und habe bei einer Einladung zum Brunchen Rührei und Fisch gegessen. War lecker. Aber ich war nicht an der Käseplatte und das fand ich gut von mir. Ich glaube aber, wenn es Alternativen gegeben HÄTTE, hätte ich sie vorgezogen. Aber ich mochte auch nicht nur auf einem Marmeladenbrötchen herumkauen den ganzen Vormittag.

Überhaupt: Die Anderen

Vegan polarisiert. Denkt nicht, das geht heimlich 😉 Sobald jemand mitbekommt dass Du Dich vegan ernährst, musst Du tausend Fragen beantworten. Da gewöhnt man sich schnell dran. Aber ich hab das vorher nicht geglaubt als ich es gelesen hatte.
Ich hab es ja auch mehr als Challenge angefangen, stelle aber fest, dass es mir so gut geht, dass ich weiter machen möchte. Damit haben andere teilweise mehr Probleme als ich selber. Alle finden es spannend, sagen aber das Gleiche wie ich früher: “Das könnte ich nie!”. Legt euch ein paar Antworten zurecht, dann ist es einfacher.

Meine Familie ist aber echt super. Die lassen eh jeden so wie er gern sein möchte und wir alle haben mit verschiedenen Nahrungsmittelallergien zu kämpfen, meine Mama hat auch eine Milchallergie, sie kennt das Leid. Da hat jeder Verständnis. Meine Eltern haben gestern sogar spontan Gemüse und Kartoffeln für uns gemacht, statt Bratwurst und Pommes wie sonst, als wir plötzlich in der Tür standen. Und es war genau so schön wie sonst auch. 

Wow. Das ist ein ellenlanger Beitrag geworden. Ich habe mehrere Tage daran geschrieben aber ich glaube nun bin ich fertig. Ich bin gespannt auf eure Reaktionen und Kommentare!!
Hier könnt ihr noch meine Vegane Sammlung bei Pinterest ansehen:

Folge cozy and cuddlys Pinnwand „Vegane Rezepte“ auf Pinterest.

 

Alles Liebe, eure

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